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Berliner Zeitungen berichteten über unsere Schule.

 

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Berliner Morgenpost vom 30.06.2000

Geistig behinderte Kinder
trainieren Selbstständigkeit


Gian Prenzlauer Berg - Mit Brot und Salz weihten
gestern Schüler und Lehrer der
Helene-Haeusler-Schule an der Mendelssohnstraße
ihre «Lehrwohnung» ein. Die Schule für geistig
behinderte Kinder beabsichtigt mit dem Projekt,
angehende Schulabsolventen in einer
Trainingswohnung für ihr späteres Leben im
Geschützten Wohnen zu wappnen.

Das Projekt hätte allerdings nicht ohne die Arbeit der
Schüler verwirklicht werden können, die demnächst
das Zusammenleben in einer Wohnung erproben
wollen. Mit Hand und Herz schufteten und werkelten
die Jugendlichen eineinhalb Jahre lang, um die damals
noch nicht renovierte 3-Zimmer-Wohnung in Stand zu
setzten. «Wir mussten vier Schichten Tapete
abkratzen, die Flecken vom Boden zu entfernen war
ganz schön anstrengend», berichtet Maik, der der
achtköpfigen Abschlussklasse angehört. Stolz
präsentieren Benjamin und Alexander die eigenhändig
erschaffene Einrichtung wie Holzschränke oder selbst
gemalte und gerahmte Bilder.

«Das Wohntraining soll bereits während der Schulzeit,
an Wochenenden und in den Ferien in Kursen
stattfinden. Es ist wichtig, die Kinder darauf
vorzubereiten, sich von den Eltern zu lösen. Sie sollen
lernen, so selbständig wie möglich zu leben», sagt die
Schulleiterin Monika Küster.

Seit 1997 richtete das Sonderpädagogische
Förderzentrum Helene-Haeusler-Schule eine
Sonderklasse für leicht geistig behinderte Kinder ein,
wobei deren individuellen Fähigkeiten berücksichtigt
und gefördert werden. Die Lehrwohnung, die die
Wohnungsgenossenschaft «Mendelssohn-Viertel»
mietfrei zur Verfügung stellt, ist im Rahmen der
berufs- und lebensvorbereitenden Maßnahmen für die
Sonderklassen der Schule gedacht

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Berliner Morgenpost  Juli 1999

Schule wird saniert

An der Mendelssohnstraße im südlichen Teil von Prenzlauer Berg hat jetzt die Sanierung der Helene-Haeusler-Schule begonnen. Sie soll bis zum Jahr 2002 abgeschlossen sein. Der Senat stellt 27 Millionen DM zur Verfügung, um die Schule für geistig und mehrfach behinderte Kinder zeitgemäß
auszustatten. Ein Anbau soll Platz für 30 zusätzliche Schüler schaffen, und anstelle der alten entsteht eine neue Sporthalle mit Schwimmbecken für Bewegungsübungen und Therapie. Aufzüge werden Rollstuhlfahrern den Zugang zum ganzen Schulgebäude ermöglichen. Irritationen hat bei Anwohnern die Fällung von mehr als 50 Bäumen auf dem Schulgelände erzeugt. Sie mußten weichen, um Baufreiheit zu schaffen, sollen jedoch durch Neupflanzungen ersetzt werden. 

 

 

 

 

 

 

 

 

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vom 27.11.1998

Autor: Claudia von Zglinicki

Der Traum vom Fliegen

Malerei und Plastik aus der Helene-Haeusler-Schule im Abgeordnetenhaus

Die Aktzeichnungen sind radikal auf das Wesentliche beschränkt, eine Linie, ohne den Stift abzusetzen. Da ist nichts mehr zu korrigieren. Diese Sicht auf den Kern der Dinge kennzeichnet viele der zur Zeit in der Galerie des Abgeordnetenhauses gezeigten Arbeiten. Formen und Flächen werden klar erfaßt, Farben kühn gegeneinander gesetzt, so in dem Blatt "Malerei" mit Temperafarben, der "Katze" in Wachskreide.

Rund 30 Künstlerinnen und Künstler sind in der Ausstellung vertreten, es sind Kinder. Martina und Michael zeichneten die Akte, Martina gestaltete einen davon noch einmal als Plastik aus Ton. Was zuerst entstand, verrät der Katalog nicht. Er verschweigt auch die Nachnamen der Künstler, ihr Alter und ihre Behinderung. Martina, Michael und die anderen sind zwischen sechs und 20 Jahre alt und behindert. Sie besuchen das Pädagogische Förderzentrum "Helene Haeusler" in Berlin-Mitte. An der 1991 gegründeten Schule wird vielfältig künstlerisch gearbeitet, in einem Bereich stehen von Anfang an sechs Künstler den Kindern und Jugendlichen zur Seite, leisten unschätzbare ehrenamtliche Arbeit. Getraude und Norbert Pohl, Antje Fretwurst-Colberg, Friedrich Wilhelm Fretwurst, Heidi Sabelus und Hanskarl Freistel vom Verein "Art und weise" regen die Schüler an, ohne sie auf vorgegebene Ziele hin zu dressieren. So entstehen Werke von großer Eindringlichkeit und Eigenständigkeit.

Nichts Niedlich-Süßes, Mitleidheischendes ist zu sehen, sondern Bilder und Plastiken, die auch dann selbständig sind, wenn Vorlagen existieren, die von ihren Schöpfern erzählen. Viele sind Botschaften: Es geht um den Traum vom Fliegen, die Suche nach dem eigenen Körper und dem Körper des anderen. Manches wird klar, anderes verschlüsselt mitgeteilt. Der Betrachter kann nur ahnen, was dahintersteckt an Phantasie, Fröhlichkeit, Traurigkeit.

Themen von besonderem Reiz sind auch in dieser Ausstellung Köpfe und Gesichter, das eigene Gesicht und Tiere in verschiedenen Zusammenhängen. Tiere im Zirkus, Tiere, die fliegen ("Storch über der Stadt" als Engobenmalerei auf keramischen Fliesen) und das paarweise sortierte Viehzeug in Noahs Arche. Zu den großen Themen entstanden Gemeinschaftsarbeiten, so die Wand mit Selbstporträts und eine vielteilige Arche aus Ton.

Im Foyer des Abgeordnetenhauses locken große Fahnen mit Gesichtern in die Ausstellung. Die Arbeiten gerade an diesem Ort zu präsentieren mag ungewohnt sein, es hat auch eine lange Zeit der Vorbereitung gekostet.

Galerie im Parlament. Abgeordnetenhaus Berlin, bis 11.12., Mo-Fr 9 18 Uhr
(1998; Anm. des Webmasters).

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